Dr. Ulrike Fessel-Denk

Rückenbeschwerden

Rückenbeschwerden

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung hat sich die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Rückenbeschwerden von 2007 auf 2015 um ein Drittel erhöht.

Die Zahl der vollstationär im Krankenhaus versorgten Fälle mit einer Hauptdiagnose aus der ICD-Gruppe M40 bis M54 – „Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens“ – hat sich zwischen 2007 und 2015 um etwa 154.000 auf 611.000 Fälle erhöht.

Quelle: statistisches Bundesamt, www.destatis.de

Für diese Entwicklung gibt es keine medizinischen Gründe. Es sind nicht mehr Menschen an Rückenschmerzen erkrankt, es wurden nur mehr Menschen wegen Rückenbeschwerden ins Krankenhaus eingewiesen. Sowohl die Diagnostik als auch die Therapie hat sich weiterentwickelt. Inzwischen werden mehr Patienten von Chirurgen behandelt als von Neurologen.

Neben der Fortentwicklung der Medizin vermuten die Autoren der Bertelsmann Studie finanzielle Anreize für die Behandler. Denn Wirbelsäulenoperationen gehören zu den Leistungen, an denen aktuell gut verdient wird.

Da kann es schneller passieren, dass die Entscheidung, zu operieren, früher als ggf. nötig getroffen wird.

Fakt ist: es wird zu oft operiert. Also auch in Fällen, in denen es nicht nötig gewesen wäre. Das Risiko trägt der Patient. Also Sie.

Wichtig für Sie ist:

  • holen Sie auf jeden Fall eine zweite Meinung ein, bevor Sie sich operieren lassen
  • hinterfragen Sie die Entscheidung, dass Sie wegen Rückenbeschwerden ins Krankenhaus aufgenommen werden sollen
  • klären Sie, ob die Diagnostik und die Behandlung auch ambulant durchgeführt werden können
  • fragen Sie gezielt nach Möglichkeiten, wie Sie selbst dafür sorgen können, dass die Beschwerden nicht stärker werden.
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