Dr. Ulrike Fessel-Denk

Therapieentscheidung

Bevor Sie sich für eine Therapie entscheiden, müssen Ihre Fragen geklärt sein. Sie entscheiden sich für die Therapie, nicht der Arzt. Nachdem der Arzt Sie eingehend untersucht und die Diagnose gestellt hat, erstellt er einen Therapieplan. Diesen bespricht er mit Ihnen. Sie können diesem zustimmen oder auch nicht.

Zur Therapieentscheidung gehört folglich:

  • die Diagnose des Arztes mitsamt dem Therapieplan
  • Ihr Wissen und Ihr Gefühl für Ihren Körper
  • Die Aufklärung durch den Arzt

Daraus ergibt sich:

  • Sie sind Ihr eigener Experte, Sie tragen die Verantwortung für Ihre Gesundheit
  • Holen Sie im Zweifelsfall eine Zweitmeinung ein
  • Wenn Sie sich für eine Therapie entschieden haben, informieren Sie sich und bleiben Sie konsequent dabei
  • Wenn Sie die Therapie nicht eingehalten haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber

Nicht immer ist die Diagnose gleich auf Anhieb richtig. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie dabei sind. Nur Sie spüren genau, wie es Ihnen geht. Sie helfen dem Arzt bei der Diagnose, wenn Sie so unverfälscht wie möglich Ihren Zustand beschreiben. Also weder beschönigen noch übertreiben. Und bitte nicht durch Dr. Google beeinflusst. Das bringt nur Sie durcheinander und irritiert den Arzt bei der Diagnosestellung. Sie sind der Experte für Ihre Gesundheit, nicht Google.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob das was der Arzt über Ihre Erkrankung sagt mit dem übereinstimmt, was Sie fühlen, so haben Sie jederzeit das Recht, eine Zweitmeinung einzuholen.

Wenn Sie sich für eine Therapie entschieden haben, sollten Sie sich daran auch halten. Und ihr die Zeit geben, die sie braucht, um zu wirken. Fragen Sie dazu Ihren Arzt, bis wann Sie spüren können, dass sich was verändert. Ein Abbruch mitten in der Therapie ist meist nicht so günstig wie entweder gar nicht anzufangen oder aber konsequent dabei zu bleiben.

Das gilt insbesondere für die Einnahme von Medikamenten. Wenn Sie zu einer OP nicht erscheinen, so merkt der Arzt das daran, dass Sie nicht kommen. Wenn Sie aber auf einmal aufhören, Ihre Medikamente zu nehmen, so fällt das ggf. erst bei der nächsten Kontrolle auf. Bis dahin können Sie sich selbst schon geschadet haben.

Wenn Sie die Therapie nicht eingehalten haben, so sagen Sie das. Verschweigen verletzt das Prinzip des gegenseitigen Respekts. Ihr Arzt ist nicht dumm und merkt irgendwann mal, dass Sie ihm gegenüber nicht aufrichtig sind. Das kann dazu führen, dass er Ihnen nicht mehr so glaubt wie bisher. Schlecht für Sie.

Verschweigen kann gefährlich sein, denn dann weiß Ihr Arzt nicht, warum Sie Symptome zeigen die eigentlich nicht mehr da sein sollten, es Ihnen schlechter geht oder warum Sie nicht in der Form wieder gesund werden, wie er erwartet hat. Der Arzt kann im schlechten Fall davon ausgehen, dass Sie etwas ganz anderes haben und eine Therapie ansetzen, die für Sie gar nicht geeignet ist. Oder er verordnet eine Untersuchung, die gar nicht nötig wäre.

Übernehmen Sie die Verantwortung für sich selbst und sagen Sie Ihrem Arzt, wenn Sie eine Therapie nicht eingehalten haben. Und sprechen Sie darüber, warum Sie die Therapie abgebrochen haben. Das ist wichtig. Nur so kann der Arzt verstehen, was er Ihnen genauer erklären muss oder was er ändern muss.

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